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Der Mathe-Dschungelführer. So verständlich kann Mathe sein!

 

Der Mathe-Dschungelführer. Das Nachhilfebuch von Abi-Coach Thomas Kusserow.

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Nicht nur Lehrer und Beschäftigte des öffentlichen Bildungssystems, sondern auch Schüler, Eltern und Nachhilfelehrer bekommen fast täglich einen Eindruck, wie es um das Bildungssystem an deutschen Schulen steht. Ich möchte an dieser Stelle meine ganz persönlichen Beobachtungen als Nachhilfelehrer mitteilen, der schon viele Schüler der gymnasialen Oberstufe im Wiesbadener Raum betreut hat. Hier geht es nicht darum, Vorwürfe in verschiedene Richtungen zu verteilen. Aber es soll auch nichts beschönigt werden. Der Fokus liegt auf der Frage, wie sich Schüler heute optimal auf das Abitur vorbereiten können, und welche Rolle die Nachhilfe dabei übernehmen kann.

 

Endspurt Oberstufe - wie man gute Abiturnoten planen kann

Was man aus dem Zentralabi-Skandal als Schüler lernen sollte

Wird 2009 in Hessen alles anders?

Tipps und eigene Erfahrungen zum Hessischen Zentralabi

Ein kurzer Kommentar zu PISA-Studie & Co.

Nachhilfe - Schande oder Chance?

10 Tipps gegen Angst vor der mündlichen Prüfung

Kostenlose Liste mit Mathe-Fachbegriffen für das Zentralabi

 

 

Endspurt Oberstufe - wie man gute Abiturnoten planen kann

07.09.2009 In der Oberstufe und im Abi ist Schluss mit lustig. Jetzt werden die Leistungen für das spätere Bewerbungszeugnis gesammelt. Wie man diesen Endspurt in der Schule richtig plant, dazu ein paar heiße Tipps von mir:

 

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, welche simplen Regeln von manchen Schülern einfach nicht wahrgenommen werden, wenn es darum geht, in der Sekundarstufe II wichtige Punkte für das Abiturzeugnis, also nicht weniger als dem späteren Bewerbungszeugnis, zu sammeln.

„Sei schön fleißig“, „Geh rechtzeitig zu Bett“ und „Melde dich“, haben mir zu meiner Zeit die Eltern und Lehrer als gut gemeinte Ratschläge auf den Weg gegeben. Das gilt im Grunde auch immer noch – aber bevor du dich jetzt genervt abwendest: Zu einer professionellen Abiturvorbereitung gehört heutzutage weit mehr. Ich vergleiche das gern mit dem Profisport. Wer dort erfolgreich sein will, muss erstens ständig seine Grundfitness halten (also z.B. fit sein im grundsätzlichen Umgang mit Klammern, Potenzen und Gleichungen) und zweitens sehr genau die Anforderungen des jeweiligen Wettkampfes (der jeweiligen Klausur) kennen.

Eine ausgewogene Abiturvorbereitung in Mathe sollte sich auf folgende drei Säulen stützen:
 

1. Unterrichtsmaterial

2. Alte Abi-Klausuren

3. andere Übungsaufgaben und Lehrbücher

 

Stell es dir vor wie mit einem Hocker. Wenn eines dieser drei Beine nicht robust genug ist, dann fällt man sehr schnell auf den A…… Rücken. Unter uns: Es passiert manchen Schülern schon einmal, dass ihre Aufzeichnungen aus dem Unterricht völlig für die Tonne sind. Dabei ist es zu Zeiten des Zentralabiturs sinnlos und reine Energieverschwendung, hierfür einen Schuldigen zu suchen – das sind im Übrigen ja sowieso immer die Lehrer, nicht wahr? Sicher gibt es Lehrer, die Flaschen sind. Manchmal gibt es auch einfach zu viele Lehrerwechsel und Vertretungsstunden. Wer ehrlich ist, weiß aber, dass nicht selten auch die Schüler ihren Teil dazu beitragen: Desinteresse, Dünnbrettbohrerei und, so ist es leider, auch mangelndes Talent für Mathematik kann die Ursache dafür sein, dass die Aufzeichnungen aus dem Unterricht wegen zu vieler Fehler und mangelnder Systematik keine brauchbare Lerngrundlage sind. Doch wie gesagt: Jammern hilft nix! Eine Lösung muss her! Es gilt dann umso mehr, die anderen beiden Standbeine vom Hocker zu verstärken.

Nicht wenige Schüler unterliegen auch dem Irrglauben, dass sie schon fit für ihr Mathe-Abi seien, wenn sie nur alle Abiturklausuren der letzten Jahre von ihrem Bundesland ordentlich durchgerechnet haben. Mit Musterlösung dazu, versteht sich. Es ist zwar richtig, dass diese Aufgaben sehr wertvoll dabei sind, die Machart solcher Prüfungen kennenzulernen, bei der in einer Aufgabe mehrere Themengebiete bzw. Fähigkeiten abgeprüft werden. Aber nicht jedes Jahr werden alle Fähigkeiten abgeprüft. Und sehr schnell könnte sich das falsche Gefühl von Sicherheit einstellen, obwohl vielleicht in der kommenden Prüfung dann ein neues Thema mit reingemischt wird. Selbst ich als „alter Hase“ war in diesem Jahr (2009) besonders überrascht, als plötzlich im Hessenabi-Grundkurs eine Frage zu einer (wenn auch einfachen) gebrochenrationalen Funktion auftrat (galt jahrelang nicht als Grundkurs-Thema), eine weitere zum Annäherungsverfahren von Flächenbestimmungen (ist normalerweise nur Einführungsthema in Klasse 11.2 oder 12.1.) und eine dritte Frage zu einem uneigentlichen Integral (Flächenbestimmung einer unendlich ausgedehnten Fläche, ebenfalls nie Grundkursthema gewesen). Besorgt man sich von irgendwo den aktuellen Lehrplan, dann liest man hierzu im geschwollenen Amtsdeutsch etwa: „Anwendung der erlernten Methoden und Kalküle auf erweiterte Problemstellungen“ - eine politisch wertvolle Formulierung, deren Aussagegehalt stark gegen Null strebt!

Was also kannst du tun? – Mein Vorschlag: Nimm dir meine Übersichts-Liste mit Mathe-Abitur-Themen, drück sie deinem Lehrer in die Hand und versuch ihn dazu zu bewegen, Tacheles zu reden. Je mehr konkrete Aussagen er macht, umso gezielter kannst du dich vorbereiten. Aber mach ihn bitte nicht um einen Kopf kürzer, falls sich im Nachhinein herausstellt, dass er sich an der einen oder anderen Stelle doch geirrt hat. Lehrer sind auch nur Menschen und es ist wie gesagt nicht immer ganz leicht, die zum Teil schwammigen Aussagen der Prüfungsvorgaben richtig zu deuten.

Und solltest du dann feststellen, dass du eines der sicheren oder potenziell wichtigen Abiturthemen noch nicht ausreichend geübt hast, dann ist es höchste Zeit, sich um das dritte Standbein „andere Übungsaufgaben und Lehrbücher“ zu kümmern. Es gibt inzwischen jede Menge Bücher im Buchhandel für die Abiturvorbereitung, und diese Euros sind sicherlich gut angelegtes Geld, wenn es darum geht, den angestrebten Studienplatz oder Ausbildungsplatz zu bekommen. Die meisten davon bieten eine Wiederauffrischung von (hoffentlich schon bekannten) Themen, ohne dabei wirklich ausführliche Erklärungen zu liefern. Deshalb empfehle ich lieber den Mathe-Dschungelführer. Da bekommst du die Themen alle noch einmal von Grund auf erklärt und es bleiben keine Fragen offen. Kostet mehr, bringt aber auch mehr - und man sitzt vor allem nicht gleich wieder ohne Erklärungen fest.

 

Übrigens: Wenn ein Nachhilfelehrer seinen Job gut macht, dann versucht er auch, an allen drei Standbeinen mit dir zu arbeiten. Die Verfolgung des unmittelbaren Unterrichtsmaterials ist dabei immer der erste Anknüpfungspunkt. Eine richtig gute Vorbereitung beinhaltet aber auch, dass Übungen aus vergangenen Abis und anderen Quellen genutzt werden.

Und letztlich ist es, wie im Profisport auch, natürlich eine Frage des selbst gesteckten Ziels, wie weit du mit den Vorbereitungen gehen willst. Wer die Goldmedaille anstrebt, also ein Ergebnis oberhalb der 12 Punkte, der sollte ohnehin alle Themen beherrschen, die auch nur im Entferntesten zum Abiturstoff gehören. Wer nur für die Note ausreichend antritt, braucht das sicherlich nicht. Aber Vorsicht! Zwischen Verstehen und nicht-Verstehen gibt es in der Mathematik nicht viele Grautöne und mit ein wenig Pech bleiben von den erhofften 5 plötzlich nur noch 3 Punkte. Um mit meinen Nachhilfeschülern die richtige Prüfungsstrategie zu entwickeln, bringe ich regelmäßig das Gleichnis von der Giraffe und der Maus. Lies es ruhig einmal durch – du wirst dich bei der nächsten Mathearbeit garantiert daran erinnern!

 

Die Auswahl deines Lehr- und Übungsmaterials ist also für den Erfolg im Abi ganz entscheidend. Man kann notfalls auch auf zwei Beinen ganz gut stehen, aber am besten ist es natürlich, wenn jedes dieser drei Beine viel tragen kann. 
 

 

Was man aus dem Zentralabi-Skandal als Schüler lernen sollte.

04.05.2009 Vieles ist schon gesagt und geschrieben worden zu den unlösbaren Aufgaben im Mathe-Grundkurs und den mehrdeutigen Aufgaben im Leistungskurs.

Ich bitte bei all der Aufregung nicht zu vergessen, dass das Zentralabitur von seiner Idee her für mehr Gerechtigkeit sorgt, unter anderem weil es den Druck auf einzelne schwarze Schafe unter den Lehrern erhöht, endlich Qualität im Unterricht abzuliefern, was ich auch schon positiv gespürt habe. Man kann halt nicht ein gut durchgeführtes Individual-Abi mit einem schlampig vorbereiteten Zentralabi vergleichen.

 

Ziemlich in diesem Skandal untergegangen ist nach meiner Auffassung, dass auch die Themenwahl im Grundkurs ziemlich vom Mainstream der letzten Jahre abgewichen ist, ja zum Teil Themen abgefragt wurden, die ewig her sind oder gar nicht behandelt wurden, die in einigen Kreisen sogar als gar nicht prüfungsrelevant gehandelt wurden. Beispiele gefällig? Einfache „gebrochenrationale Funktionen", Approximation von Flächeninhalten mit Näherungsverfahren oder das „uneigentliche Integral". Nun ist es also endlich öffentlich raus, was das Kultusministerium mit den neuen „prüfungsdidaktischen Schwerpunktsetzungen" meinte. Besonders hart trifft dies all jene Schüler, die bisher zuversichtlich sein durften, mit der einfachen Reproduktion ihres brav gelernten Grundlagenwissens wenigstens ein bestanden" zu bekommen. Was ich als Nachhilfelehrer daraus gelernt habe? - Sei noch vorsichtiger als früher, bestimmte Themengebiete von der heißen Liste der Abiturthemen zu streichen.

 

Den verwirrten Schülern des Jahrganges 2009 sei noch folgendes gesagt: Seht es doch einmal positiv. Immerhin könnt Ihr nachschreiben und die schlechtere von beiden Arbeiten fällt ganz unter den Tisch. Diese Chance werden die nachfolgenden Jahrgänge sicher nicht bekommen, denn man darf erwarten, dass die nächsten Zentralabis zumindest in Hessen keine Fehler mehr aufweisen.

 

 

Nach dem Zentralabi ist vor dem Zentralabi. Wird 2009 in Hessen alles anders?

Wir schreiben Dezember 2008. Zwei Zentralabis wurden mittlerweile in Hessen durchgeführt. Nicht zuletzt dank einiger Wahlaufgaben und der Tatsache, dass der jeweilige Mathelehrer auch die Korrektur übernimmt, sind uns größere Skandale bisher erspart geblieben. Der Fall von dem viel zu schweren Mathe-Zentralabi mit teilweise uneindeutigen Aufgabenstellungen in NRW machte ja deutschlandweit Furore. (Mehr dazu hier...)

 

Die grundsätzliche Herausforderung, die Chancengleichheit für alle Schüler zu verbessern, bleibt jedoch, denn es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Schulen und Lehrern ganz erheblich sein können. Was man unternehmen will, um dieser Tatsache zu begegnen, ist mir nicht bekannt. Bemerkenswert allerdings ist, dass das Hessische Kultusministerium auf seiner Webseite eine Überarbeitung des Zentralabiturs verspricht - allerdings wundert mich als Nachhilfelehrer doch sehr, in welche Richtung diese Bemühungen offensichtlich gehen. Als eine wesentliche Maßnahme wurden sämtliche Musterklausuren, die sich zum Üben für jedermann auf dem Server befanden, gelöscht. Es obliegt nun wieder dem Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen Lehrers, diese Musteraufgaben unter seinen Schülern bekannt zu machen, denn alle Lehrer erhalten diese Aufgaben in Form einer CD. Hoffentlich machen auch alle davon Gebrauch...

 

Im Amtsdeutsch liest man dazu auf der Webseite des Kultusministeriums: 

„Die Inhalte der im Frühjahr 2007 veröffentlichten Beispielaufgaben zum Landesabitur entsprechen verschiedentlich nicht mehr den prüfungsdidaktischen Schwerpunktsetzungen in dem gültigen Erlass für das kommende Landesabitur (...). Auch hinsichtlich des Aufbaus und Layouts sind im Vergleich zu den im Landesabitur 2007 und 2008 verwendeten schriftlichen Prüfungsaufgaben Abweichungen zu konstatieren, nicht zuletzt auch deshalb, weil zahlreiche Anregungen, die im Anschluss an die Veröffentlichung der Beispielaufgaben das Projektbüro erreichten, berücksichtigt wurden. Daher sind die Beispielaufgaben seit September 2007 nicht mehr Teil des Internetauftritts zum Landesabitur. "

 

Als Nachhilfelehrer, der regelmäßig mit diesen Aufgaben seine Schützlinge fit für das Abitur gemacht hat, kann ich diesen geschwollenen Formulierungen im Amtsdeutsch nur eines hinzufügen: „Schade."

Ich finde es schön, wenn das Layout überarbeitet wird - aber sollte man nicht die Standardisierung der Vorgaben dadurch vorantrieben, dass man sie jedermann, also auch Schülern und Nachhilfelehrern, publik macht? Und spielen Musteraufgaben dabei nicht die größte Rolle, da sich kaum ein Schüler freiwillig durch die prüfungsdidaktischen Schwerpunktsetzungen" hindurch lesen will?

 

Als jemand, der sein Mathe-Abitur 1993 in Hamburg mit 14 Punkten abgeschlossen hat, der vier Jahre in Brandenburg wohnte und seit 2004 Schüler aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Baden-Württemberg betreut, verrate ich jetzt folgendes Geheimnis:

 

Liebe Schüler. Die Unterschiede in den Mathe-Abi-Prüfungen einzelner Bundesländer und Jahrgänge sind bei weitem nicht so groß, wie man sie im Allgemeinen annimmt. Denn Mathematik ist ein Logik- und Verständnis-Fach. Die Muster-Abiturklausuren verschiedener Bundesländer aus den letzten Jahren sind ein hervorragendes Mittel, um dich auf dein Abitur vorzubereiten und um die Sprache und Form solcher Klausuren kennenzulernen. Und du kannst zu wenigstens 90% davon ausgehen, dass die Fähigkeiten, die diese oder jene Muster-Aufgabe verlangt, auch in deinem Abi wieder gefordert sein könnten.

 

Zumindest für die Schüler, die mit Vornote ausreichend oder schlechter in die letzten Monate vor dem Abitur gehen, heißt es daher: Kernthemen vorbereiten! Dauerbrenner sind beispielsweise Äquivalenzumformungen, ganzrationale Funktionen und e-Funktionen, Kurvendiskussion, Gauß-Verfahren, Binomial-Verteilung und Rechnen mit Vektoren in allen möglichen Konstellationen. Ich habe noch kein Mathe-Abi gesehen, in dem man ohne diese Kernkompetenzen ausgekommen wäre, die leider manchen Schülern fehlen. Mit anderen Worten: Es kommt weniger darauf an, ob CAS-Rechner erlaubt sind, sondern mehr darauf, welche mathematische Grundkompetenz die Person hat, die diesen Rechner bedient.

 

In diesem Sinne, trainiere fleißig! Und hier sind übrigens die Mathe-Probeklausuren von 2007, da es hoffentlich außer mir noch einige andere gibt, die sich dafür interessieren. Vom Abi-Coach gerettet vor dem Verschwinden in den ewigen Jagdgründen.

 

 

Tipps und eigene Erfahrungen. Erstes Hessisches Zentralabi 2007

 

Lehrplan ist nicht gleich Lehrplan. Angesichts der Vielfalt der Mathebücher und Lehrmethoden an Schulen werden sich einige Schüler verwundert die Augen reiben, wenn sie die Probeklausuren sehen, die sie im Abi können sollen.

 

Für alle Teilnehmer des Matheunterrichtes, die in Hessen ihr ABI schreiben, gibt es seit Frühjahr 2007 die gleiche Prüfung mit den gleichen Aufgaben. Ich sehe diese Maßnahme als einen großen Zuwachs an Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Andererseits stelle ich mir immer wieder bei den Unterrichten mit Schülern die Frage, ob es allen hessischen Schulen und Mathelehrern wirklich gelingen wird, den Schülern das mit auf den Weg zu geben, was nötig ist, um die Zentralklausuren ohne weitere Erklärungen lösen zu können.

 

Allein in Wiesbaden und Umgebung, und dort sogar innerhalb einzelner Schulen zwischen einzelnen Lehrern, war die Aufbereitung der Lehrplanvorgabe bisher äußerst individuell. Das liegt übrigens nicht immer nur an den Lehrern, sondern häufig auch an anderen Faktoren wie der Zusammensetzung der Klassen und den verfügbaren Lehrbüchern.

 

Nicht nur die Lehrinhalte, sondern auch die verwendeten Fachbegriffe können sich sehr stark voneinander unterscheiden. Nach den Rückmeldungen, die ich von meinen Schülern aus dem Abiturjahrgang 2007, also dem ersten zentralen Abitur, erhalten habe, waren die dort gestellten Aufgaben allerdings für die meisten vergleichsweise gut zu verstehen und zu bewältigen. Sicher lag dies auch an der guten Vorbereitung.

 

Für einen Nachhilfelehrer sollte es kein Problem sein, sich ständig an die Methodik und Begriffswahl der jeweiligen Lehrer anzupassen, gleichzeitig aber auf Synonyme hinzuweisen. Die gelehrten Methoden und Grundgedanken der Schulmathematik sind jedenfalls immer die gleichen. Diejenigen Schüler, die sich ohnehin schwer mit Mathe tun, sollten rechtzeitig darauf achten, sich auch die alternativen Fachbegriffe einzuprägen, denn die mitgelieferte "Operatorenliste" vom Kultusministerium reicht hierfür bei Weitem nicht aus! Eine entsprechende Liste findest Du hier.

 

Einige Beispiele (um es noch einmal deutlich zu sagen: Es geht hier nicht um Deutschland, Österreich, Schweiz und auch nicht um einzelne Bundesländer - alle Beispiele stammen aus Wiesbadener Schulen!):

Synonyme Begriffe

aus verschiedenen Unterrichten und Lehrbüchern. Alle diese Begriffe bedeuten das Gleiche, werden aber häufig nicht alle genannt! Hätten Sie alle erkannt?

- Signifikanztests = Hypothesentests = Stichprobentests

- Fehler 1. Art = Fehler 1. Ordnung = Alpha-Fehler

- Integrieren = Aufleiten und das Gegenteil: Differenzieren=Ableiten

- f ' (x) = dy / dx (Leibniz-Schreibweise)

- Lineare Algebra = Analytische Geometrie (streng genommen gibt es bei diesen beiden Begriffen noch kleine Unterschiede)

- Polstelle = senkrechte Asymptote = nicht behebbare Definitionslücke

 

Widersprüche

Leider bedeuten manchmal sogar die gleichen oder ähnlichen Begriffe nicht das Gleiche, bzw. werden die Schwerpunkte dessen, was die Schüler beigebracht bekommen, völlig unterschiedlich gelegt.

- Bei den Bernoulli-Wahrscheinlichkeitsexperimenten werden häufig, nicht immer, Tabellen benutzt. Hierbei gibt es a) die Binomialverteilung und b) die kumulierte, auch genannt "summierte" Binomialverteilung. Der Ausdruck B(n,p,k) steht dabei gelegentlich für a), dann heißt b) F(n,p,k), aber manchmal auch für b), dann heißt a) b(n,p,k).

 

- In der Linearen Algebra sind die Aufgaben sehr vielfältig. Es können, müssen aber nicht, folgende Themen behandelt werden:

a) Schnittkurven von Kugeln mit Geraden/Ebenen b) Affine Abbildungen c) Cramersche Regel d) Hesseform e) Anspruchsvolle Textaufgaben, bei denen der Schüler erst noch überlegen muss, wo überhaupt das Koordinatensystem liegt (z.B. Berechnung bestimmter Schattenbilder in Abhängigkeit von Lichtquellen und Lage der Projektionsfläche - das ist letztlich alles mit Ebenen- und Geradengleichungen lösbar).

- Bei den gebrochenrationalen Funktionen wird das Thema "Lücken und Polstellen" oft nur sehr oberflächlich behandelt. Das Kürzen doppelter und mehrfacher Linearfaktoren bleibt vielen Schülern unklar.

- Kurvendiskussion: Wenn notwendige und hinreichende Bedingung keinen Aufschluss geben, wird mancherorts das sog. "Vorzeichen-Wechsel-Kriterium", andernorts die Methode des n-fachen Ableitens gelehrt. Manche Lehrer vermeiden das Thema lieber ganz und stellen nur eindeutige Aufgaben.

- Kurvendiskussion: "Grenzwertbetrachtung" heißt manchmal nur Polstellenuntersuchung und manchmal nur Untersuchung für x im Unendlichen.

 

Man darf also gespannt sein, welche Themen und Ausdrucksformen sich im Zentralabi durchsetzen werden. Mit Sicherheit wird die Belastung für die meisten Schüler eher größer als kleiner werden.

 

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Ein kurzer Kommentar zu PISA-Studie & Co.

Wie gut oder schlecht ist das deutsche Bildungssystem wirklich? Die Frage konnte ich mir als Nachhilfelehrer schon in Hamburg, im Hanauer Raum und in Wiesbaden und Umgebung stellen. Mein Fazit: Die Deutschen Schulen sind keineswegs so schlecht wie ihr Ruf. Wer wirklich etwas lernen will, bekommt reichlich Chancen dazu.

 

Dummerweise - das weiß jeder, der einmal jung war - hat man als pubertierender Jungendlicher oder junger Erwachsener häufig eine ganze Menge anderer Dinge im Kopf als Schule und Karriereplanung. Und genau hier gilt es für das gesamte Umfeld, also nicht nur die Schule, sondern auch Eltern, Freunde, Verwandte und Vereine ein Klima zu fördern, in dem schulische Leistungen gefördert werden. Und vieles spricht dafür, dass eine Reihe dieser Beeinflusser im Umfeld, nicht zuletzt auch manche Schulen, nicht immer das Optimale daran setzen, dass dieses positive Lernumfeld existiert.

 

Man sollte fairerweise nicht alles auf die Schule schieben, was in der Gesellschaft im Argen liegt. Aber man sollte ebenso die Ohren offen halten, welche Schulen und welche Lehrer sich durch besondere Qualität auszeichnen. Ich hatte schon nach dem ersten Jahr der Betreuung von Wiesbadener Schülern sehr große Unterschiede festgestellt, teilweise sogar mit Schülern der gleichen Schulen im gleichen Jahrgang. Es ist ein offenes Geheimnis, dass einzelne Schulen und einzelne Lehrer starke Qualitätsunterschiede aufweisen. Eines möchte ich aber auch klar sagen: In der Zeit von Mitte 2006 bis Anfang 2008 konnte ich im Großen und Ganzen schon eine Qualitätsverbesserung im Matheunterricht feststellen, die Lehrpläne und ihre Umsetzung sind offensichtlich straffer geworden, denn durch das Zentralabi stehen nun indirekt auch die Schulen unter Beobachtung.

 

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Nachhilfe - Schande oder Chance?

Die Anforderungen, die der internationale Arbeitsmarkt an ein hochentwickeltes Land wie Deutschland stellt, um sich gegen billige Konkurrenz aus dem Ausland zu behaupten, werden immer größer. Der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes in Zukunft liegt in der Bildung unseres Nachwuchses. Der Druck, den viele Unternehmen schon seit Jahren spüren, ist nun auch in den Klassenzimmern angekommen. Studien wie Pisa zeigen: Das vermittelte Wissen pro Zeit an deutschen Schulen muss mehr werden.

 

Schaut man sich die Lehrpläne an, sieht es gar nicht schlecht aus. Doch aus verschiedenen Gründen kommt das, was im Lehrplan steht, nur selten zu 100% bei den Schülern an. Ich sehe die Situation ähnlich wie bei der gesellschaftlichen Krankenversicherung oder Rentenversicherung: Der Staat bietet eine Basis, auf die sich jeder seiner Bürger verlassen kann. Diese muss allerdings nicht dem Wünschenswerten oder persönlich Optimalen entsprechen. Wer mehr will, sollte die Verantwortung für sich selbst in die Hand nehmen. Wer sich darauf verlässt, dass nur der Staat für seine Bildung, seine Gesundheit und seine Altersvorsorge verantwortlich ist, darf nicht allzu viel erwarten.

 

Die zukünftigen Arbeitgeber werden nicht danach fragen, ob ein Schüler in seinem Vorankommen benachteiligt war oder nicht. Gute Schulnoten sind der Gradmesser der Eignung und der Türöffner zum persönlichen Vorstellungsgespräch, im immer enger werdenden Konkurrenzkampf um gute Stellen. Die Frage, die sich Personalverantwortliche beim Sichten der Bewerbungsmappen stellen, ist immer die gleiche: Ist dieser Mensch in der Lage Monat für Monat, Jahr für Jahr, etwas zu produzieren, was uns als Betrieb jeden Monat mehrere tausend Euro wert ist?

 

Nachhilfe ist deshalb längst kein Phänomen für Lernschwache oder verhaltensauffällige Jugendliche mehr, sondern hat sich inzwischen als fester Bestandteil in der Gesellschaft integriert, um dem Nachwuchs die bestmöglichen Chancen in Ausbildung, Studium und Beruf mit auf den Weg zu geben. Viele Eltern suchen nach externer Unterstützung. Die Angebote sind vielfältig und bisweilen unübersichtlich. Sie reichen vom Gruppenunterricht ab ca. 9 Euro pro Stunde bis zur individuellen Betreuung durch einen erfahrenen Vollzeit-Lehrer auf der nach oben offenen Honorar-Skala.

 

Nachhilfe sollte eigentlich nur temporär erfolgen. Ich habe leider schon Mathe-Leistungskurse erlebt, in denen 70% der Schüler externe Unterstützung hatten. Offenbar war es allen das Geld wert. Angesichts dieser Zahlen kann man wohl nicht von einer Schande im Zusammenhang mit Nachhilfe sprechen, eher von einem Massenphänomen.

 

Meine Erfahrung mit den Reaktionen der Lehrer ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von Freude über die endlich erreichte 4 eines Schülers, den sein Umfeld und er selbst fast schon abgeschriebenen hatten, bis hin zu mir unerklärlichen Eifersüchteleien und Missmut vereinzelter Lehrer.

Mein Rat: Machen Sie sich Ihr eigenes Bild, prüfen Sie kritisch die Alternativen. Denn Entscheidungen und Verantwortung für das eigene Leben oder das Leben Ihrer Kinder kann Ihnen niemand wirklich abnehmen. Am Ende muss der Schüler und sein Geldgeber, meistens die Eltern, mit der Nachhilfe und den Ergebnissen zufrieden sein. Nicht unbedingt sein Lehrer und auch kein Nachhilfe-TÜV.

 

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10 Tipps gegen Angst vor der mündlichen Prüfung

 

1. Gehe ausgeruht zur Prüfung, mit einem leckeren und leichten Frühstück im Bauch. Nur dann arbeitet das menschliche Gehirn optimal.

2. Um ausgeruht zu sein, musst du natürlich rechtzeitig mit Lernen anfangen. Es scheint mir manchmal so, dass die Prüfung für sehr viele Abiturienten immer wieder völlig überraschend im 13. Schuljahr kommt: FANG RECHTZEITIG MIT LERNEN AN! Das Mathe-ABI setzt sich aus allen Themen der Schulmathematik zusammen! Wofür andere 13 Jahre brauchen, solltest du dir wenigstens ein halbes Jahr Vorbereitung gönnen, oder?

3. Bringe so genau wie möglich in Erfahrung, welche Themen zur Prüfung gehören. Kein Lehrer wird die Prüfung verraten, aber fast alle geben Hinweise, was vorzubereiten ist. Bereite dich auch auf solche Bekanntgaben schon vor - dann kannst du viel besser nachfragen, wenn ein Themenbereich ungenau abgegrenzt ist.

4.Lass dich nicht durch deine Klassenkameraden verrückt machen. Nichts ist schlimmer als nervöse Gerüchte, die in den Vorräumen des Prüfungszimmers kursieren. Wenn du dein persönliches Vorbereitungsprogramm solide abgeschlossen hast, kannst du dir sogar die eine oder andere kleine Lücke leisten.

5. Lege dir einen persönlichen Lernrhythmus fest und plane dabei auch Pausen mit ein. Jeden Tag ein wenig lernen heißt entspannter Lernen. Übe Verzicht und Einschränkung für zeitintensive Privatsachen, z.B. Sportverein, Musizieren, Arbeiten und Ausgehen. Ein wenig Abwechslung sollte aber drin sein und ist auch nicht schädlich, wenn du rechtzeitig anfängst.

6. Verzweifle nicht, wenn du immer wieder Fehler machst. Jeder Fehler, den du in der Vorbereitung machst, ist ein Glück für dich, denn du hast ihn ja nicht in der Prüfung gemacht und weißt jetzt, wo du noch lernen musst.

7. Und wenn's in der Prüfung mal nicht richtig läuft: Ruhe bewahren. Die Lehrer sind doch auch nur Menschen und keiner will dich absichtlich durchfallen lassen.

8. Versuche, die Frage zuerst zu verstehen. Du darfst auch gerne ein paar Sekunden schweigen, wenn jemand eine schwere Frage stellt. Ich kenne keinen Prüfling, der durchgefallen wäre, weil er gesagt hat: "Lassen Sie mich bitte nochmal kurz nachdenken."

9. Und wenn die Frage doch zu schwer ist - vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Möglicherweise wollten die Lehrer dich zuerst auf deine Vornote 8 Punkte prüfen. Weil du dich aber so gut geschlagen hast, stellen sie eine Frage, die für einen 10-Punkte-Kandidaten bestimmt ist. Wenn du sie nicht weißt - okay, dann gibt's halt die 8 Punkte.

10. Und hier noch einmal das Wichtigste, auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Fang rechtzeitig mit Lernen an!

 

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Fachbegriffe für das Mathe Zentralabi

 

Vielen Schülern ist angesichts des Hessischen Zentralabis noch gar nicht bewusst, wie viele Fachbegriffe es in der Mathematik eigentlich gibt, die alle das Gleiche oder etwas Ähnliches bedeuten. Auch die verwendeten Formeln und ganze Lösungsmethoden existieren in bunten Alternativen und werden von verschiedenen Büchern, Schulen und Lehrern unterschiedlich behandelt. Schlecht für manche Schüler, wenn sie im schriftlichen Abi dann vielleicht schon beim Lesen der Aufgabe scheitern, weil sie nicht verstehen, was z.B. "differenzieren" heißt...

 

Die folgende Aufstellung entstand in vielen Stunden Nachhilfeunterricht mit Wiesbadener Schülern und bringt etwas Licht in den Dschungel. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Darstellung pauschal, knapp und vielleicht nicht immer zu 100% wissenschaftlich ist. Daher kann eine Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit nicht übernommen werden. Nur zur Sicherheit sei noch gesagt: Natürlich darf man sie NICHT mit in die Prüfung nehmen, sondern sollte sie vorher studieren.

 

Hier kann die Liste aufgerufen werden. Sollte der Link nicht funktionieren, dann bitte mit rechter Maustaste drauf klicken und "Datei speichern unter..." wählen.

 

Fachbegriffe.pdf (letzte Aktualisierung: 10.09.2009)

 

 

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